– internationale Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Dar es Salaam
Die Rettung von Personen aus extremen Höhen und Tiefen erfordert nicht nur körperliches Geschick und Fitness, sondern vor allem eine professionelle Ausbildung und hochwertige Ausrüstung. Ob die Versorgung eines erkrankenden Kranführers in seiner Kanzel, die Evakuierung einer überschweren Person aus einem oberen Stockwerk per Kran oder die Rettung von Menschen aus tiefen Schächten – jedes dieser Szenarien zeigt die Komplexität und den Einsatz moderner Höhenrettung.

Nur ein Hanfseil um den Körper, so sieht die Arbeitsweise in einer privaten Goldmine in Kahama aus. So arbeitete auch die Feuerwehr früher in Tansania. Sicherheit = Null.
Während in Deutschland der Fokus häufig auf Rettung aus Höhen liegt, stehen in Tansania insbesondere Tätigkeiten aus Tiefen im Vordergrund. Personen stürzen dort oft in Brunnen, Minen oder sogar Latrinen, wobei die Rettungskräfte teilweise nur mit einem einfachen Seil arbeiten, das um die Hüfte gebunden wird – ein gefährliches Unterfangen.

Abseilübung an Bord der Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen
In Deutschland dagegen ist die Verwendung eines professionellen Gurt-Systems (Harness) inklusive Karabinerhaken und zertifizierter Seile Standard. Der fachgerechte Umgang mit dieser Technik setzt eine umfassende Ausbildung voraus, insbesondere im Bereich Knotenkunde und Sicherung.

Das alles gehört zu einer gut ausgerüsteten Höhenretterin. Wert: einige tausend Euro.
Ein gelungenes Beispiel für gelebte Partnerschaft ist die Kooperation der Feuerwache Hamburg-Barmbek mit der Fire and Rescue Force Tansania in Hamburgs Partnerstadt Dar es Salaam. Die Hamburger Höhenretter schulen dort ihre tansanischen Kollegen in Theorie und Praxis. Ermöglicht wird dies auch durch die Bereitstellung von hochwertiger Ausrüstung – meist Vorführgeräte deutscher Hersteller, die nach Systemwechseln gespendet werden.

Zu rettende Person in einer Schleifkorbtrage, Übung an den Landungsbrücken. Im Korb liegt Lalati Ramadhani Muyo begleitet von Ami Ishima Shomari.
Zur Vertiefung der Zusammenarbeit wurden geeignete Multiplikatoren für ein Langzeitpraktikum nach Hamburg eingeladen. Im Jahr 2025 absolvierten Lailati Ramadhani Muyo und Ami Ishima Shomari ein achtwöchiges Intensivprogramm bei der Feuerwehr Hamburg. Sie erhielten Einblicke in verschiedene Rettungsszenarien und waren aktiv an Einsätzen beteiligt.

Einsatz in Realität: Rettung einer erkrankten sehr schweren Person mittels Kran aus dem Wohnungsfenster, eine Rettung durchs Treppenhaus ist aufgrund des Gewichtes nicht möglich. Hier die Vorbereitung vor dem Haus
Die Ausbildung dient nicht nur dem Erwerb praktischer Fähigkeiten, sondern auch dem Ziel, dass die Teilnehmenden künftig selbst als Ausbilder tätig werden – und damit nachhaltig zur Sicherheit und Professionalisierung in Tansania beitragen.

Abseilübung am Kletterturm der Feuer und Rettungswache Barmbek, der Hauswache der Hamburger Höhenretter. Lailati Ramdhani Muyo und Amy Ishima Shomari.

Begleitete Abseilaktion einer Person in der Schleifkorbtrage vom Übungsturm der Feuerwache Barmbek. Begleiterin ist Lailati Ramadhani Muyo der Fire and Rescue Force der Höhenretter aus Dar es Salaam, Tansania
