Die Feuerwehren in Nicaragua

Die Entwicklung der Feuerwehren in Nicaragua wurde stark durch die politische Situation überschattet. Die alten Freiwilligen Feuerwehren standen der Nationalgarde (Guardia Nacional) unter Präsident Somoza nahe. Daher haben viele nicaraguanische Feuerwehrleute nach dem Sieg der FSLN das Land verlassen. Nach der Abwahl der sandinistischen Regierung durch eine bürgerliche Koalition kehrten sie aus Miami zurück und forderten ihr die Rückgabe ihrer Feuerwachen. Einige bekamen sie, andere aber auch nicht.

Das Verhältnis zwischen den Feuerwehren war unfreundlich. Es gab keinerlei Zusammenarbeit, eine regelrechte Feindschaft  vergiftete das Klima. So wurde es notwendig die Feuerwehr neu aufzubauen.

Zeit heilt Wunden. Man liebt sich zwar immer noch nicht, aber die Feuerwehren wurden inzwischen unter dem Namen Bomberos Unificados de Nicaragua (Vereinigte Feuerwehr Nicaragua) zusammengefasst. Jede Organisation stellt dabei einen Führer unter der Leitung des Comandante Brigad Ramon Landero.

Mehr zu den einzelnen Feuerwehren in Nicaragua und ihrer Geschichte:

Benemeritos Cuerpo de Bomberos de Leon

Die erste Feuerwehr in Nicaragua wurde als Freiwillige Feuerwehr im Jahre 1936 in Managua gegründet. Die Freiwillige Feuerwehr von Leon wurde 1951 gegründet. Weitere Städte gründeten in der Folgezeit eigene Freiwillige Feuerwehren. Im Jahre 1962 schlossen sich viele Feuerwehren zu einer Föderation zusammen.

Im Jahre 1963 erfolgte dann ein Zusammenschluss der Feuerwehren Mittelamerikas zur Conferacion de Cuerpos de Bomberos del Istmo Centroamericano (CCBICA) zusammen.

Die Freiwilligen Feuerwehren finanzierten sich weitgehend aus Spenden und den Einnahmen einer Steuer. Der amtirende Präsident Somoza verlieh den Feuerwehren den Ehrentitel Benemeritos, die Opferbereiten.

Nach dem Sieg der sandinistischen Revolution verließen viele Feuerwehrleute Nicaragua und gingen nach Miami. Der Staat gründete die Sistema Nacional Contra Incendios (SINACOI) und übernahm den gesamten Brandschutz.

Nach dem Sieg einer bürgerlichen Koalition kamen die Freiwilligen Benemeritos zurück und forderten ihre Feuerwachen vom Staat zurück. In einigen Städten gelang dieses, in Leon behielt die staatliche Feuerwehr die Feuerwache im Gebäude des Rathauses. Heute befinden sich Büros darin. die Berufsfeuerwehr hat nun die Hauptfeuerwache am nördlichen Ortsausgang in Richtung Chinandega.

Den Benemeritos in Leon gelang es, eine sehr einfache Feuerwehrstation auf einer Freifläche neben dem Krankenhauses Heodra aufzubauen.

Direccion General de Bomberos (DGB)

Die ersten Feuerwachen in Nicaragua waren reine Freiwillige Feuerwehren. Nach dem Sieg der sandinistischen Revolution verließen viele Feuerwehrleute Nicaragua und gingen nach Miami. Der Staat gründete die Sistema Nacional Contra Incendios (SINACOI) und übernahm den gesamten Brandschutz.

Die Feuerwehren wurden nun als eine Feuerschutzpolizei nach der Struktur in der DDR aufgebaut. Wie im Vorbild entstanden auch freiwillige Brandschutzhelfer zu ihrer Unterstützung. Feuerwehroffiziere der Feuerschutzpolizei der DDR leisteten Aufbauhilfe. Aus den sozialistischen Bruderländern bezog die Feuerwehr neues Gerät. Zur Ausstattung gehörten 3achsige Tanklöschfahrzeuge auf URAL und ZIL, 2 achsige Tanklöschfahrzeuge auf ZIL und Tankwagen mit einem 6000 l Gülletank auf IFA W 50. Dazu kamen noch verschiedene Sonderfahrzeuge auf Wolga und GAZ.

Mit der Abwahl der FSLN und der Regierungsübernahme durch eine bürgerliche Koalition wurde die SINACOI aufgelöst. Die Feuerschutzpolizei wurde in DGB umbenannt und als eine Berufsfeuerwehr umstrukturiert. Die freiwilligen Brandschutzhelfer gründeten eine eigene Freiwillige Feuerwehr unter dem Namen Asociacion Nacional, Cuerpo de Bomberos de Nicaragua.

Die DGB ist die größte Organisation und Träger des Brandschutzes und inzwischen auch eines Großteils des Rettungsdienstes. Weitere Rettungsfahrzeuge sind dem Minsterium de Salud (MINSA), dem Gesundheitsministerium unterstellt.

Die DGB betreibt wie die Federacion ebenfalls eine Feuerwehrschule in Managua.

Asociacion Nacional, Cuerpo de Bomberos de Nicaragua

Der Brandschutz in Nicaragua verteilte sich zunächst auf 3 Organisationen. Einige der ehemaligen Stationen der Freiwilligen gelangten zurück zu den Benemeritos, andere behielt die DGB. Daneben übernahmen die Freiwilligen der Asociacion eigene Feuerwachen. So gab es in vielen Städten 2 Feuerwachen, eine der Benemeritos, eine vom DGB oder der Asociacion.

Typische Beispiele sind Managua, Leon, Granada, Esteli, Chinandega, Masaya.

Bomberos Unidos sin Fronteras

Als ehemalige Kolonialmacht pflegt Spanien vielfältige Beziehungen in seine alten überseeischen Provinzen. So gibt es 3 verschiedene spanische Feuerwehrorganisationen die sich in Nicaragua engagiert haben oder noch engagieren.

Die Bomberos Unidos sin Fronteras haben in Granada eine große Feuerwache gebaut, diese aber keiner der rivalisierenden Feuerwehren übergeben. Stattdessen betreiben sie dort die eine Art technische Feuerwehrschule, die sich aber nicht mit dem Brandschutz sondern der Ausbildung für Rettungseinsätze bei Häusereinstürzen, Verschüttungen bei Vulkanausbrüchen und oder Tsunamis beschäftigen. Für besonders anspruchsvolle Lehrgänge kommen freiwillige Ausbilder aus Spanien.

Bomberos Municipales

Als eine Abspaltung unzufriedener Mitglieder von den Benemeritos versuchte sich die Organisation Bomberos Municipales sich zu installieren. Sie traten zwar sehr selbstbewusst auf, verfügten aber über keinerlei Equipment und versanken wieder in der Bedeutungslosigkeit.

Sugar, Energia, Ron (früher Ingenio San Antonio ISA)

Nicaragua erzeugt sehr viel Alkohol aus der Destillation von Zuckerrohr. Teile werden zu einem hochwertigen Rum verwendet (Flor de Cana), zu Industriealkohol, Zucker und Energiegewinnung aus den pflanzlichen Rückständen.

Vor der Ernte werden die Zuckerrohrfelder kontrolliert abgebrannt um die trockene wertlose Biomasse vor dem Schnitt zu entfernen. Zur Kontrolle und Beherrschung der Feuer verfügt das Unternehmen über eine schlagkräftige Betriebsfeuerwehr, die auch die Tankläger und Lagerhallen mit dem Alkohol absichert.

Früher mit russischen 3achser Tanklöschfahrzeugen auf ZIL oder Ural sowie alten amerikanischen Pumper ausgestattet, baut man nun auf eine Flotte von Eigenbauten, ehemalige Bundeswehr Plattform Unimogs. Mit einem 2000 l Tank, einem Wasserwerfer auf dem Dach und einem c-Rohr zur Selbstverteidigung sind diese sehr geländegängigen Fahrzeuge den Bedürfnissen optimal angepasst.

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